Active Aid in Africa, Jatropha
Logo Active Aid in Afrika

Wie Bäume helfen

Jatropha

Jatropha-Pflanzungen, Ngona, Malawi, Active Aid in Africa
Jatropha-Nüsse, Active Aid in Africa, Ngona, Malawi
Blatt der Jatropha
Jatropha-Stecklinge, Ngona, Malawi
Jatropha-Nuss-Ernte in Ngona, Malawi, Active Aid in Africa

Wie hilft Jatropha in Afrika, speziell Malawi?

Gehölze wie Jatropha im Kampf gegen Hunger und Armut

Jatropha-Schild
(K)eine Wunderpflanze?

Afrika, Malawi, Ngona, Junge Jatrophas Die Jatropha hilft mit, dass Hunger, Durst und Armut in bisher benachteiligten Regionen von Malawi und insgesamt in Afrika gemindert werden.
Jatropha stabilisiert die Böden und macht sie fruchtbar für den Anbau von dringend benötigten Nahrungsmitteln in den von Dürre und Hunger bedrohten Entwicklungsländern.
Durch die Nutzung wertvoller Produkte der Jatropha werden die Menschen, Dörfer und Malawi, rohstoffarme Gebiete in Afrika unabhängiger von Importen.


Ausführliche Informationen über die JATROPHA

Allgemeines zur Jatropha

Jatropha-Sprössling

Die Jatropha gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika (sie wächst wild zwischen Mexiko und Chile). Sie wurde durch Seefahrer nach der Entdeckung Amerikas auf alle Kontinente verschleppt. Der Strauch ist eine typische Pionier-Pflanze und durch ihre besonderen Anpassungen an Ödland-Standorte verwildert sie praktisch überall, wo es tropisch-warm und überwiegend sonnig ist.

Die Sträucher können 4 - 7 Meter hoch werden. Vermehrt werden kann die Pflanze durch Aussaat der Samen oder - bei ausreichender Feuchtigkeit zum Anwachsen - auch mit Stecklingen. Die Vermehrung über Samen sichert die Erhaltung des genetischen Reservoirs der Pflanze, da Stecklinge genetisch identisch mit der Elternpflanze sind.

Jatropha-Stecklinge
Erste Blätter an Jatropha-Stecklingen

Zum Seitenanfang

Dafür haben die Stecklinge
einen deutlichen Entwicklungsvorsprung.

Jatropha-Blüte Auf die unscheinbaren grünlich-gelben Blüten folgen kugelige Früchte, die drei schwarz-braune Samen enthalten.




Alle Teile des Strauchs sind giftig. Früher wurde Jatropha gelegentlich medizinisch als Abführmittel genutzt, was aber heute kaum mehr genutzt wird, da verträglichere Mittel zur Verfügung stehen.

Wirtschaftliche Bedeutung und Möglichkeiten von und mit Jatropha heute


Was den Strauch in den letzten Jahren ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt hat, ist vor allem die Qualität des aus den Samen gewonnenen Öls als Bio-Kraftstoff, welche die Qualität der aus Raps- und Palmöl gewonnenen Bio-Kraftstoffen übertrifft. Seit 2003 hat die Universität Hohenheim ein großes Versuchsgebiet im Nordwesten Indiens mit Jatropha bepflanzt. Diese Forschung wird in Zusammenarbeit mit der Firma DaimlerChrysler betrieben. Erste Erfolge haben bereits weitere Konzerne zu Forschungen ermuntert, seit 2006 investiert z.B. auch die Firma BP in die Forschung. Die Forschungsergebnisse sind so überzeugend, dass Prof. Klaus Becker von der Universität Hohenheim in einem Interview sogar demjenigen Geld bietet, der ihm einen wirklichen Nachteil der Pflanze nennen könnte!

Jatropha-Spross Jatropha-Nuss

Der Gebrauch von Pflanzenöl als Kraftstoff mag heute unbedeutend sein.

Aber derartige Produkte können im Laufe der Zeit ebenso wichtig werden wie Petroleum und diese Kohle-Teer-Produkte von heute.

...Rudolf Diesel, 1912


Zum Seitenanfang


Ödland in Tengani Mais und Gemüse

Positive Effekte des Anbaus von Jatropha in der Landwirtschaft, besonders für Malawi

Ein gezielter Anbau kann die Landwirtschaft auf mehrere Arten nachhaltig fördern, z.B. direkt durch Erhaltung und Ausbau landwirtschaftlicher Nutzflächen für den Anbau von

Nahrungsmitteln durch die Umwandlung von Brachland in Ackerfläche.

Jatropha ist sehr robust Jatropha-Hecke als Lebender Zaun

Die Vorteile der Jatropha liegen klar auf der Hand:






  • Jatropha wächst auf Ödland, somit besteht keine Konkurrenz zum Anbau von Nahrungspflanzen, sondern fördert diesen im Gegenteil sogar durch Regeneration der Böden, denn ...
  • ... die Sträucher sind mehrjährig und verhindern durch ihr ausgedehntes Wurzelwerk Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • die Rückstände der Ölpressung (Presskuchen) können als Dünger für Äcker verwendet werden
  • einmal angewachsen, ist die erste Ernte nach ca. 3 Jahren möglich, bis zu 40 Jahre lang
  • Jatropha übersteht durch Blattabwurf auch Trockenzeiten und Dürreperioden ohne künstliche Wasserzufuhr
  • die Pflanze wird nicht von Haus- oder Wildtieren gefressen, da sie giftig ist.
  • Der Strauch kann deshalb auch als Hecke gegen Wildverbiss genutzt werden. Diese Eigenschaft ist in Afrika bekannt und in manchen Regionen wie dem Lower Shire der Hauptgrund, warum die Pflanze in kleinem Maßstab gezielt angebaut wird.
  • Zum Seitenanfang

    Nutzungsmöglichkeiten der Jatropha-Produkte für die Bevölkerung in Malawi

    Darüber hinaus gibt es wertvolle Produkte aus Jatropha-Öl, gewonnen aus den Samen:

  • Brennstoff für Lampen und Kochstellen
  • Kraftstoff
  • Schmieröl für Motoren
  • Der Pressrückstand kann zur Biogas-Herstellung genutzt werden. Allerdings nehmen wir davon Abstand aus Sicherheitsgründen.
  • Der Presskuchen wird aber als Naturdünger für die Wiederurbarmachung des Bodens verwendet.
  • Eine weitere Verwendung wäre die Herstellung von Seife mit einem Nebenprodukt im Falle von Veresterung zur Dieselproduktion. Jedoch kommt diese Variante bei uns nicht in Frage. Denn der Bedarf vor Ort richtet sich in erster Linie nach den Grundbedürfnissen Essen und Trinken. Die Menschen bewegen sich meistens noch aus eigener Kraft fort. Außerdem wäre eine Veresterungsanlage zu teuer.
  • Nutzen von JATROPHA-Produkten für die Ökonomie und den Umweltschutz des Landes Malawi

    Durch die Nutzung des gepressten Öls kann die Abhängigkeit vom internationalen Mineralöl-Markt gesenkt werden, und damit der Abfluss wichtiger Devisen, die frei werden für den nachhaltigen Aufbau der nationalen Wirtschaft. Gleichzeitig erhalten die Bauern einen langfristigen und sicheren Absatzmarkt mit kurzen Wegen zwischen Herstellung und Verbraucher. Der Boden wird beim Anbau von Jatropha nicht ausgelaugt, im Gegenteil kann Nutzfläche hinzugewonnen werden durch Rekultivierung von Ödland. Der Einsatz von Dünger und Pestiziden ist nicht notwendig.

    Feuerholz Ressourcen werden geschont, z.B. muss durch die Verwendung des Öls in Brennstellen nicht mehr so viel Holz für die Kochstellen gesammelt werden.







    Zum Seitenanfang

    Für die Anlage und Pflege der Pflanzungen und die Ernte veranschlagte Prof. Becker von der Universität Hohenheim 1,5 Arbeiter pro Hektar 1, diesen Wert haben auch wir bei unseren Berechnungen ermittelt. Dabei geht er davon aus, dass die Ernte auch in absehbarer Zeit nicht maschinell vorgenommen werden kann. Die Arbeitsplätze, die durch die Anlage und Pflege der Plantagen geschaffen wurden, können nicht zentralisiert werden, da sie an die Pflanzungen gebunden sind. Diese Arbeitsplätze bleiben also auch wirklich dauerhaft im Umfeld der Pflanzungen bestehen.

    Dazu kommen noch Arbeitsplätze, die durch die Verarbeitung und Verkauf der Samen und des Öls entstehen. Höchstens bei der Weiterverarbeitung der Samen wäre eine gewisse Konzentrierung möglich und im Sinne von genossenschaftlich betriebenen Pressen auch sinnvoll. Insgesamt ist aber eine Monopolisierung wie im Mineralölmarkt unwahrscheinlich und auch nicht erwünscht.

    Das Ngona-Projekt in Malawi und Jatropha

    Wir werden in Zukunft dem Jatropha-Anbau nur eine begrenzte Rolle beimessen, damit auch andere Nutzgehölze wie Moringa und Neem dazwischen noch Platz finden. Außerdem ist der Bedarf an Brennstoffen weitestgehend auf Kochstellen und die häusliche Beleuchtung begrenzt. Die Bauern ernten ihre Nüsse selbst und können diese in einer kommunalen Presse für ihren Eigenbedarf weiter verarbeiten.

    Finanzierungsoptionen zum Jatropha-Anbau in Afrika und den Entwicklungsländern

    Auch die Weltbank hat die Vorteile der Pflanzen erkannt und fördert unter folgenden Bedingungen den Anbau:

  • keine Nutzung von fruchtbarem Land für den Anbau
  • geringe Transportkosten für das Öl, also verbrauchernahe Verarbeitung
  • angemessene Löhne für die Beschäftigten
  • Vermeidung von Erdölimporten bzw. deren Ersatz durch das Jatropha-Öl
  • Als Energiepflanze ist die Jatropha für die Landschaft von Malawi aus klimatischen Gründen ebenso wie durch die Ödlandnutzung ideal.

    Jatropha-Blatt

    Zum Seitenanfang